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BUND: "Spiegel" macht Stimmung gegen umweltfreundliche Energiepolitik. Gabriel outet sich als Kohlelobbyist
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorgeworfen, er habe sich für eine Kampagne des Magazins "Der Spiegel" gegen eine zukunftsfähige Energieversorgung missbrauchen lassen. Der Vorwurf Gabriels in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel", die Umweltverbände leisteten der Atomenergie Vorschub, entbehre jeder Grundlage, heißt es in der BUND-Pressemitteilung. "Wenn Gabriel die riskante Atomenergie durch klimaschädlichen Kohlestrom ersetzen will, wird er als Klimaschützer scheitern", so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Der Investitionsstau bei der Stromerzeugung lasse sich umweltfreundlich und ressourcenschonend mit einer Kombination aus erneuerbaren Energien, effizienter Kraft-Wärme-Kopplung und Stromeinsparungen auflösen. "Doch außer bei erneuerbaren Energien hat die Große Koalition die Alternativen weitgehend ignoriert. Deshalb ist es nicht mehr als ein Ablenkungsmanöver, wenn jetzt den Umweltverbänden die Schuld für mangelnde Investitionen in die Schuhe geschoben werden soll", entgegnet Weiger.
BUND: Nicht einmal die Hälfte der Versteigerungserlöse aus dem Emissionshandel wird für den Klimaschutz eingesetzt
Erst in der vergangenen Woche habe eine Expertenanhörung des Bundestages bestätigt, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mangelhaft sei. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos habe das Fördervolumen "wider jede Vernunft" auf dem Stand der letzten Jahre eingefroren, kritisiert der BUND. Es sei kein Wunder, wenn dann die Klimaschutzziele verfehlt würden, so der Bund für Umwelt und Naturschutz. Auch bei der Förderung der Stromeinsparung sei Untätigkeit oberste Maxime der Bundesregierung. Von 900 Millionen Euro jährlicher Versteigerungserlöse aus dem Emissionshandel würden nur 400 Millionen für Klimaschutzzwecke eingesetzt. Der Rest verschwinde im Etat von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.
Besonders ärgerlich seien für den BUND die Einmischungsversuche Gabriels in die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in Hamburg. Der Umweltminister ergreife dort Partei für den Energiekonzern Vattenfall und dessen Plan, ein riesiges Kohlekraftwerk zu bauen. "Gabriel sollte lieber in seiner eigenen Partei dafür sorgen, dass sich die SPD aus der jahrzehntelangen Sackgasse der Kohleförderung befreit", betont Weiger. Der Umweltverband kündigte an, den Widerstand gegen den geplanten Bau von 25 neuen Kohlekraftwerken in Deutschland fortzusetzen. Mit ihrem Widerstand gegen Kohle- und gegen Atomkraftwerke würden die Umweltverbände dafür sorgen, dass neue Anbieter mit dezentralen effizienten Energietechnologien zum globalen Innovationsmotor heranreiften.
14.04.2008 Quelle: BUND
Weltgrößter "Solar-Bunker" geht in Gelsenkirchen an das Netz
"Solar-Bunker" in Gelsenkirchen
Am 16.04.2008 ist in Gelsenkirchen die wohl außergewöhnlichste Solarstrom-Anlage des Ruhrgebietes offiziell eingeweiht worden. Investoren, Mitarbeiter der Gelsenkirchener abakus solar AG, Zulieferer und weitere Gäste feierten die Inbetriebnahme des Solarkraftwerks "Schalker Verein". Die Photovoltaikanlage, die in der aktuellen Ausbaustufe mit einer Spitzenleistung von 355 Kilowatt (kWp) jährlich rund. 320.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom erzeugt, kann noch bis auf 400 kWp ausgebaut werden. Sie wurde auf dem Erz- und Kohlebunker des ehemaligen Stahlwerks Schalker Verein errichtet und werde als "längster Solarbunker der Welt" in die Geschichte der 'Solarstadt Gelsenkirchen' eingehen, berichtet die Energieagentur:NRW in einer Pressemitteilung. Das Solar-Kraftwerk sei ein Symbol mehr für den tiefgreifenden Strukturwandel der einstigen Kohle- und Stahlstadt Gelsenkirchen. "Schaut man sich diesen Erz- und Kohlebunker an, so kann man sich leicht ausmalen, dass ein Rückbau schon aus Kostengründen praktisch nicht möglich ist", erklärte der Vorstandsvorsitzende der abakus solar AG, Thomas Sandner, bei der Eröffnung vor dem 12 Meter hohen und 240 Meter langen Stahlbetonkoloss. "Hier wurde ein Stück Montangeschichte, das die Geschicke auf dem 35 Hektar großen Gelände des Schalker Vereins über 110 Jahr seit 1872 geprägt hat, zu einem neuen Symbol für die Solarstadt Gelsenkirchen, die mittlerweile vom Wissenschaftspark bis zur Veltinsarena viele solare Highlights zu bieten hat", erklärte Oberbürgermeister Frank Baranowski.
1.621 Solarmodule und 52 Wechselrichter
Von dem rund 5.800 Quadtratmeter großen Dach des Bunkers speisen ab heute 1.621 Solarmodule Strom in das Mittelspannungsnetz der ELE ein. Die dafür erforderlichen 52 Wechselrichter, die aus dem Gleichstrom der Solaranlage Wechselstrom erzeugen, wurden in einer Bunkertasche untergebracht, die durch dicken Stahlbeton gut vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Als Neubau wurde vor dem ehemaligen Bunker eine Trafostation errichtet, die für die maximal mögliche Anlagengröße von zirka 400 kWp ausgelegt ist.
18.04.2008 Quelle: Energieagentur:NRW
Bildquelle: Energieagentur:NRW.
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