KfW hebt Förderzinsen drastisch an
01.05.2008: Eigenheimbesitzer müssen bei der Modernisierung ihrer Immobilie mit höheren Kosten rechnen....
Die staatliche Förderbank KfW hat die Zinssätze für ihre Förderprogramme binnen zwei Wochen um bis zu 34 Prozent angehoben. Die lapidare Begründung der Staatsbank: "Die Entwicklung am Kapitalmarkt." .....
"Das ist kein gutes Signal für modernisierungswillige Eigentümer", sagt Andreas Stücke, Generalsekretär des Eigentümerverbands Haus & Grund. Betroffen von den Zinsanhebungen sind alle Besitzer, die bis zum 9. April 2008 noch keine Darlehensanträge über ihre Hausbank bei der KfW gestellt haben. Nach wie vor günstig im Vergleich zu herkömmlichen Darlehen sind die KfW-Darlehen aus dem CO2-Sanierungsprogramm, auch wenn bei diesen Krediten die Zinsen am stärksten angehoben wurden. Seit dem 26. März erhöhte die KfW hier den Effektivzins um 34 Prozent von zuvor 1,77 auf 2,37 Prozent. Bei einem Kredit über 20.000 Euro steigt damit die anfängliche jährliche Zinsbelastung von 354 Euro auf 474 Euro.
Bei den KfW-Programmen "Ökologisch Bauen" und "Wohnraum-Modernisierung" betragen die Effektivzinsen nun bis zu 4,63 Prozent - und sind somit teurer als Angebote am freien Markt. Nach Angaben des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp betragen die Effektivzinssätze bei den günstigsten Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit aktuell 4,43 Prozent. Sie sind damit fast genauso hoch wie am 26. März, als der Effektivzins für das günstigste Darlehen 4,42 Prozent betrug.
Betroffen von den Zinsanhebungen sind auch Wohnungsgesellschaften, die ihre Bestände modernisieren wollen. Lutz Freitag, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), warnt: "Die Wohnungsgesellschaften dürfen bei ihren Investitionsplanungen nicht mit schlechteren Rahmenbedingungen konfrontiert werden." Einige Beobachter mutmaßen, die Verschlechterung der Förderkonditionen hätten mit der Krise bei der IKB zu tun. GdW-Präsident Freitag distanzierte sich ausdrücklich von diesen Spekulationen.
Die Mittelstandsbank IKB hatte sich mit US-Hypothekendarlehen verspekuliert. Zu ihrer Stützung hat die KfW bislang an die 6 Mrd. Euro aufgebracht und weitere Belastungen von 7,2 Mrd. Euro in der eigenen Bilanz verarbeitet. Für 2007 wies die Förderbank einen Jahresverlust von 6,2 Mrd. Euro aus. In Finanzkreisen wird aber darauf verwiesen, dass die KfW mit dem Staat im Rücken wohl kaum erhebliche Refinanzierungsprobleme haben dürfte. Das Volumen der von den Zinserhöhungen betroffenen Fördergelder wird in Berlin festgelegt, die KfW dient nur als Durchleitungsstelle.
Die KfW selbst begründet die Zinsanhebungen in einem Rundschreiben an Marktteilnehmer mit "der aktuellen Entwicklung am Kapitalmarkt". Eine Sprecherin der Förderbank sagt, der Schritt habe nichts mit der IKB-Krise zu tun. Beim ausschließlich aus Bundesmitteln finanzierten CO2-Sanierungsprogramm, für das in diesem Jahr 900 Mio. Euro zur Verfügung stehen, seien die Zinsen nur wegen der hohen Nachfrage angehoben worden. "Wir wollen die Vergabe der Bundesmittel umsichtig steuern."
Quelle: FTD vom 17.04.2008
01.05.2008 / Redaktion
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